Weniger ist mehr
03.09.2010 vonFranz
Das Beste, was man mit Oliven anstellen kann, ist sie in ihrem Öl zu baden, mit Zitronensaft zu marinieren und etwas feingeschnittene Petersilie dazu zu geben. – Basta. Oder besser: Hazir. – Fertig, denn das hier habe ich in der Türkei gelernt.
So und nicht anders – allenfalls kommt noch etwas Zitronenschale mit hinein – mag ich Oliven am liebsten, und so bereite ich sie mir auch zuhause gerne zu.
Schon viele Male wollten Gäste von mir wissen, woher ich denn die tollen Oliven bekäme: „Was sind denn das für Oliven, die schmecken ja super …“. Ein echter Hit, für die Gäste, aber auch fürs Selbstgefühl, denn wie oft habe ich mir schon in tagelangen Kochorgien einen Ast gerührt, deren Ergebnisse längst nicht so viel Aufmerksamkeit erregten, wie diese eingelegten Oliven.
Na, vielleicht untertreibe ich hier ein bisschen. Tatsache ist, dass gerade die einfachen, puren Dinge oft die besten sind. Das schmeckt jeder sofort, auch, wenn er vom Kochen keine Ahnung hat und besonders, wenn er vom Kochen und Genießen richtig was weiß und schon erlebt hat.
In meinem Beitrag zum Oliven-Event schlage ich also schlicht folgendes vor:
500 g schwarze Oliven mit Stein (die schrumpeligen) mit 1 EL Zitronensaft übergießen, umwenden, dann mit 3 EL kräftigem Olivenöl übergießen, umwenden, dann 1 EL feingehackte Petersilie dazu geben, umwenden, 1 Stunde abgedeckt ziehen lassen, nochmals mischen – hazir.
Versteht sich von selbst, dass die Oliven beim Verzehr Zimmertemperatur haben sollen und bloß nicht kalt aus dem Kühlschrank auf den Tisch kommen.
Welche Oliven man letztlich nimmt, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Ich mag die schwarzen, schrumpeligen aus Südfrankreich sehr gern. Große, glatte, pralle schwarze Oliven, die bereits entsteint angeboten werden, sollte man übrigens meiden, denn erstens schmecken sie meist sehr, sehr fad und sind zweitens gar keine schwarzen Oliven, sondern grüne, die eingefärbt wurden – die aromatischen, schwarzen Schrumpeloliven, die zudem weniger Wasser enthalten, lassen sich nicht maschinell entsteinen.
Wem mein Beitrag etwas zu frugal ist, kann sich zu den Oliven z. B. eine Radicchio-Frittata backen:

Reichlich Radicchioblätter in Olivenöl mit etwas Salz und Zucker anbraten, aus der Pfanne nehmen und grob schneiden. Jetzt eine rote Zwiebel in Streifen geschnitten anbraten, die Radicchiostreifen zugeben und mit wenig Balsamico ablöschen. Ein großes Bund Rauke kleinschneiden, mit den Zwiebeln und dem Radicchio kurz andünsten,

ein paar verquirlte Eier darüber gießen, noch mal salzen, kräftig pfeffern und auf kleiner Flamme stocken lassen, mit Hilfe eines Tellers oder Deckels umwenden, die Oberseite ebenfalls kurz anbraten

und mit Brot, ein paar Oliven und einem guten Schuss Olivenöl servieren.

Besonders glücklich, wer wie ich eine Flasche Olivenöl dazu geschenkt bekam, deren Früchte vor 14 Tagen noch an einem toskanischen Baum hingen.
- 4 Kommentare »
- Posted inVegetarisches







































amSaturday, 14. November 2009 um19:44 Uhr
Würdest Du mir bitte ein Schälchen marinierte Schrumpeloliven rüberschieben? Genauso mag ich sie auch!
amSaturday, 14. November 2009 um23:40 Uhr
Für mich bitte die Radicchio-Frittata und ein paar Oliven!!
amTuesday, 17. November 2009 um11:49 Uhr
Genauso isses, was willste da meckern…
amThursday, 3. December 2009 um08:13 Uhr
Toll, einfach und gut, genial einfach. Ich kann Deine Begeisterung für das verstehen und freue mich mit Dir über das toskanische Öl. Kann ich gut nachvollziehen, habe ich doch gerade selber 5 Liter selbstgepflücktes hier stehen, umbrisches.