Reduziert.
03.09.2010 vonFranz
Die 50 einfachsten und schnellsten Rezepte deutschsprachiger Foodblogs waren gesucht. Gute Idee von Herrn Paulsen, bei der vielleicht nicht nur die einfachsten, nicht immer die schnellsten, aber viele sehr, sehr gute Rezepte zusammenkamen, eine schöne Sammlung.
Eigentlich sollte dies hier mein Beitrag sein: eine Bulette aus reinem Rindsfilet.
Macht nichts, dieses wunderbare Mahl passt genauso gut zum Cucina-rapida-Event.
Schon als kleiner Knirps von vier, vielleicht fünf Jahren war ich vom Kochen fasziniert. Ich erinnere mich, wie Onkel August eine kleine Zwiebel in winzige Würfelchen schnitt, ein Stück Butter in einer kleinen emaillierten Pfanne schmelzen ließ, die Zwiebelwürfelchen glasig und goldgelb briet, um sie auf etwa 150 g Rindertartar, das er mit einer Gabel auf einem kleinen Brettchen verteilt hatte, zu gießen. Etwas Salz kam dazu, wenig Pfeffer, und alles wurde mit einer Gabel vermischt, schließlich geteilt und zu zwei runden Buletten geformt.

Wieder kam ein Stück Butter in die Pfanne, und wenn sie aufschäumte, kamen die Buletten hinein. Die Flamme wurde ganz klein gedreht und langsam, langsam brieten die Buletten vor sich hin. Immer wieder begoss mein Onkel das Fleisch mit der Butter, wendete es dreimal und wenn es fertig gebraten war, er mochte es schön krümelig “durch”, aß er es andächtig und stippte die Butter aus der Pfanne mit einem frischen Brötchen auf. Ich bekam natürlich auch immer ein paar kleine Bissen ab.
Es waren schmale Zeiten was das Essen von Fleisch betraf, damals Ende der fünfziger Jahre. Tartar war etwas ganz Feines und Butter nannte man immer “gute”. Heute würde man so eine Gericht wohl als “reduziert” bezeichnen.

Gestern habe ich mir so eine Tartarbulette in Butter gebraten und habe sie genau so mit Aufstippen gegessen, wie Onkel August das immer gemacht hat. Es hat köstlich geschmeckt, und für einen kleinen Augenblick habe ich mich fünfzig Jahre jünger gefühlt. Ehrlich.
Man muss das Fleisch nicht krümelig braten, innen darf es ruhig noch roh sein, nur ein bisschen angewärmt sollte es auch innen schon sein.
- 2 Kommentare »
- Posted inAlltagsküche







































amSunday, 18. October 2009 um11:50 Uhr
Dieses Rezept ist auf das wirklich Wesentliche, das “Gute” reduziert. Sehr lecker, und das passt sehr gut zum Event. Danke für die Teilnahme.
amWednesday, 21. October 2009 um20:42 Uhr
Schöne Geschichte und schönes Rezept! So ein “steak haché” war lange Zeit die einzige Form, in der ich gerne Fleisch gegessen habe, und meine Mutter hat es voll und ganz ausgenutzt: Gehackt wurde es von mir in der Küchenmaschine, und ich dürfte Zwiebel und Kräuter hinzufügen, wie ich es mir gewünscht habe.
Als Anbieterin der Nr. 51 von 50 einfachsten und schnellsten Rezepte deutschsprachiger Foodblogs, hatte ich mit einer längeren Liste gerechnet. Schade, dass sie zu ist!