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feste feiern

03.09.2010 vonFranz

Feste soll man feiern, man soll sie auch ruhig feste feiern. Das Jubiläum im “Kochtopf” ist so eine Gelegenheit, und wer überlegt, wie man denn wohl “feste” feiert, dem sei dieser Zitronenkuchen mit Ricotta und Pinienkernen empfohlen: damit lässt sich heftig (= feste) feiern. Und deshalb stelle ich ihn noch wacker (= hurtig) aufs Dessertbuffet.

Die Idee für dieses Rezept stammt aus dem Buch “Italienisch kochen – neue Rezepte aus dem River Cafe”. Die Mengenangaben fand ich etwas üppig und bin von der geforderten 24 cm – Kuchenform auf 26 cm ausgewichen, gut so.

Im Originalrezept werden 3 Zitronen abgerieben und mit ihrem ausgepressten Saft für etwa 10 min. zum Ziehen beiseite gestellt.
Eine Springform von 24 cm Durchmesser wird üppig mit weicher Butter ausgestrichen, dann mit Semmelbröseln beschichtet. Auf dem Boden sollten die Brösel etwa einen halben cm hoch eingestreut sein.
600 g Ricotta wird mit 200 g Zucker zu einer glatten Masse gerührt, dann mit dem Quirl oder Schneebesen 4 ganze Eier und 2 Eigelb nacheinander unterrühren. Zum Schluss noch 200 g Creme fraiche, 350g Mascarpone, die Zitronensaft-/Zestenmischung und 2 EL Zitonenessenz oder oder 5-10 Tropfen natürliches Zitronenöl.
Wenn alles schön glatt greührt ist, gießt man die Masse vorsichtig (am besten über einen Kellenrücken) in die Kuchenform, so, dass der Bröselboden schön gleichmässig bleibt.

Obenauf kommen 50 g Pinienkerne und die Form wandert für 45 min. in den auf 150 Grad C vorgeheizten Ofen. Dann abkühlen lassen und aus der Form nehmen.

Irgendwie hatte ich mit einer Tarte gerechnet. Was aus dem Backofen kam war jedoch ein richtiger Kuchen, wie er ja auch im Originalrezept heißt.
Mangels Zitronenaroma hatte ich eine weitere Zitrone (Schale und Saft) zugefügt und war beim Zucker mit 170 g etwas zurückhaltend gewesen.
Gebacken habe ich mit 140 Grad C Umluft etwa 70 min., und wenn ich am Ende besser aufgepasst hätte, hätte er auch nicht die dunklen Flecken auf der Oberfläche bekommen.
Man sollte den Kuchen im ausgeschalteten Ofen mit halb geöffneter Tür langsam abkühlen lassen, weil er nach dem Backen noch ziemlich fragil ist und etwas einsinkt. Nach 2 bis 3 Stunden (oder über Nacht) im Kühlschrank ist er dann verzehrperfekt.

Ein delikates, feines und gar nicht so mächtiges Teil, vielleicht auch, weil ich den Kuchen in 16 statt 12 Stücke mit einem heißen, feuchten Messer geteilt hatte. Der Boden, der ja eigentlich nur aus einer dünnen Lage Semmelbrösel besteht, ist gar nicht so empfindlich und fällt nicht ins Gewicht.

Da der Kuchen in nullkommanichts verputzt war, habe ich tags drauf einen zweiten gebacken, diesmal aber mit Magerquark in der 24 cm-Form:
wieder 4 Eier und 2 Eigelb, 3 Zitronen (Saft und Schale), 250 g Ricotta, 100 g Zucker, 80 g Vanillezucker, 250 g Mascarpone, 200 g Magerquark und 200 g Creme fraiche – und natürlich Butter, Semmelbrösel und Pinienkerne.
Diesesmal habe ich ihn sogar 80 min. bei 140 Grad C Umluft im Ofen gelassen, ich habe ihn abgedeckt, trotzdem wurde er etwas dunkel obenauf – egal.

Durch den Quark schmeckte der Kuchen etwas frischer als Exemplar Nr.1. Wenn ich den ersten mit Creme brulee gleichsetzte, wäre diese Version wie ein guter, selbstgemachter Pudding.

Natürlich musste ich es weiter treiben: zum Apfel-Quarkkuchen auf der Basis des gleichen Rezepts:
700 g Magerquark über Nacht in einem Haarsieb abtropfen lassen, etwa 50 ml Wasser verliert die Menge dabei. Dann wie gehabt 4 Eier und 2 Eigelb unterrühren, 125 g Rohrzucker, 1 Prise Salz (die sollte man beim Backen nie vergessen) und 200g Creme fraiche.
Zusätzlich habe ich eine halbe geriebene Tonkabohne untergerührt.

Das ist ein Gewürz, dessen Geschmack man mit Vanille, Nelke, Zimt, Kardamom und Koriander gleichzeitig beschreiben könnte, sehr eigen, sehr delikat und in alten Zeiten wohl in der Weihnachtsbäckerei üblich. Ich habe in letzter Zeit ein bisschen damit experimentiert und werde demnächst noch ein Fischgericht, das ich damit abgeschmeckt habe, vorstellen.
Zwei Äpfel werden geschält und in schmale Stifte geschnitten. Über die Äpfel kommt der Saft einer ausgepressten Mandarine, so werden sie nicht braun.
Die 24 cm-Form wird wie oben mit Butter und Bröseln vorbereitet. Jetzt wird der Mandarinensaft unter die Quarkmasse gerührt, ein dünner Spiegel vorsichtig auf die Brösel gegossen,

dann die Apfelschnitze daruf verteilt. Schliesslich mit der restlichen Creme auffüllen und eine Handvoll Mandelsplitter auf der Oberfläche verteilen. Wieder bei 140 Grad C umluft für 80 min. in den Ofen, soll er doch braun werden.

Heraus kommt ein kräftiger Apfel/Quarkkuchen, gutes Aroma, sehr erfrischend, ein echter Sommerkuchen und kein feines Dessert wie Nr.1 – aber lecker allemal. Vielleicht stelle ich den im nächsten Jahr auf Jubiläumsbuffet.


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2 Responses to “feste feiern”

  1. zorra sagte:

    Ich nehm dann mal hurtig ein Stück von allen 3 Kuchen und einen festen Schluck Grappa zum Verdauen. ;-)

  2. Stefanie sagte:

    Bei einem großen Zitronen-Fan wie mir muß das Rezept schleunigst auf die Nachback-Liste :-D Alle drei Varianten klingen sehr fein.

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